Premium-Workshop des VDIV Baden-Württemberg 2026 – Aktuelle Impulse für die Immobilienverwaltung

Am 13. März 2026 fand im SI-Centrum in Stuttgart der 18. Premium-Workshop des VDIV Baden-Württemberg statt. Die Veranstaltung stand unter dem Leitgedanken „Verwalterdialog Baden-Württemberg: Aktuell, informativ und praxisnah“. Für Immobilienverwalter bot der Workshop eine Vielzahl juristischer, organisatorischer und strategischer Impulse für die tägliche Verwaltungspraxis.


Weiterbildung als zentraler Bestandteil professioneller Verwaltung

Die Tätigkeit als Wohnimmobilienverwalter ist heute deutlich anspruchsvoller als noch vor einigen Jahren. Gesetzesänderungen, neue Rechtsprechung, steigende Anforderungen der Eigentümer und zunehmende technische Komplexität von Gebäuden erfordern eine kontinuierliche Weiterbildung.

Der Premium-Workshop des VDIV Baden-Württemberg gehört seit vielen Jahren zu den etablierten Fachveranstaltungen der Branche. Die Weiterbildung wird nach §34c GewO i.V.m. §15 MaBV anerkannt und vermittelt aktuelle Entwicklungen für die Praxis der Immobilienverwaltung.


Auftakt des Workshops

Die Veranstaltung wurde von Dipl.-Kfm. Wolfgang D. Heckeler, Vorstandsvorsitzender des VDIV Baden-Württemberg, eröffnet. In seiner Begrüßung stellte er die Bedeutung eines starken Netzwerks innerhalb der Immobilienverwaltungsbranche heraus.

Gerade im Bereich der Wohnungseigentumsverwaltung sei der Austausch zwischen Verwaltern, Juristen, Technikexperten und Dienstleistern ein wichtiger Bestandteil professioneller Arbeit.


Der neue Ausgleichsanspruch nach § 14 Abs. 3 WEG

Den ersten Fachvortrag hielt Rechtsanwalt Thomas Hannemann aus Karlsruhe. Thema war der neue Ausgleichsanspruch des Sondereigentümers nach der Reform des Wohnungseigentumsgesetzes.

Der Vortrag zeigte, welche rechtlichen Folgen entstehen können, wenn Maßnahmen der Gemeinschaft zu Beeinträchtigungen im Sondereigentum führen.

Besonders praxisrelevant sind dabei Fragen wie:

  • Wann liegt eine entschädigungspflichtige Einwirkung vor?
  • Welche Duldungspflichten bestehen für Eigentümer?
  • Wer ist im Einzelfall zum Ausgleich verpflichtet?

Der Vortrag verdeutlichte, dass das reformierte Wohnungseigentumsrecht hier zahlreiche neue Praxisfragen aufwirft.


Wenn der Mieter nervt – Der rechtssichere Umgang mit Mietern

Im zweiten Fachvortrag behandelte Rechtsanwalt Stephan Volpp aus Stuttgart ein Thema, das viele Verwalter aus dem Alltag kennen: den Umgang mit Mietern innerhalb einer Wohnungseigentumsanlage.

Während sich die Verwaltung formal an die Eigentümer richtet, wenden sich in der Praxis häufig auch Mieter direkt an die Verwaltung.

Behandelt wurden unter anderem folgende Fragen:

  • Darf ein Mieter Einsicht in Verwaltungsunterlagen verlangen?
  • Welche Rechte bestehen bei Steckersolargeräten?
  • Wer kündigt Erhaltungsmaßnahmen gegenüber Mietern an?
  • Wer ist zuständig, wenn ein Mieter als Störer auftritt?

Der Vortrag machte deutlich, dass die Abgrenzung zwischen Gemeinschaft, Eigentümer und Mieter rechtlich häufig komplex ist.


Honorare professionell gestalten

Ein besonders praxisorientierter Vortrag kam von Laura Eckert-Rinallo von Eckert Consulting.

Sie zeigte, wie Immobilienverwaltungen ihre Honorarstrukturen klar und wirtschaftlich gestalten können. Dabei ging es insbesondere um die Abgrenzung zwischen:

  • Grundvergütung der Verwaltung
  • Sonderleistungen
  • projektbezogenen Zusatzhonoraren

Für viele Verwaltungen ist dieses Thema von großer Bedeutung, da steigende Anforderungen und zunehmende Bürokratie eine wirtschaftlich stabile Vergütungsstruktur erfordern.


Respekt als Erfolgsfaktor im Berufsalltag

Ein besonderes Highlight der Veranstaltung war der Impulsvortrag von René Borbonus, Trainer, Autor und Kommunikationsexperte.

Unter dem Titel „Respekt! Ansehen gewinnen bei Freund und Feind“ ging es um wertschätzende Kommunikation und den professionellen Umgang mit Konflikten.

Gerade in der Immobilienverwaltung sind Konflikte zwischen Eigentümern, Mietern und Dienstleistern nicht ungewöhnlich. Der Vortrag zeigte, wie respektvolle Kommunikation helfen kann, schwierige Situationen konstruktiv zu lösen.


Verkehrssicherungspflichten – Risiken für Verwalter

Ein weiterer juristischer Fachvortrag wurde von Dr. Frank Zschieschack, Vorsitzender Richter am Landgericht Frankfurt am Main, gehalten.

Der Schwerpunkt lag auf den Verkehrssicherungspflichten von Hausverwaltungen.

Besprochen wurden unter anderem:

  • Räum- und Streupflichten
  • Haftungsfragen bei Schäden
  • Kontrollpflichten bei Bäumen und Gebäudeteilen
  • aktuelle Rechtsprechung zur Haftung von Verwaltern

Der Vortrag machte deutlich, wie wichtig klare Organisationsstrukturen und Dokumentationen in der Verwaltung sind.


Abrechnungsfragen für Profis

Den Abschluss der Fachvorträge bildete ein Beitrag von Prof. Dr. Florian Jacoby von der Universität Bielefeld.

Er behandelte komplexe Fragen der Jahresabrechnung, insbesondere:

  • Zuständigkeit bei Verwalterwechsel
  • Änderung der Kostenverteilung
  • Abrechnung von Sonderumlagen

Gerade diese Themen führen in der Praxis häufig zu Anfechtungsklagen und sind daher für Verwalter besonders relevant.


Branchenaustausch und Netzwerk

Neben den Fachvorträgen bot die Veranstaltung auch eine umfangreiche Fachausstellung mit zahlreichen Partnerunternehmen aus der Immobilienwirtschaft.

Vertreten waren unter anderem Unternehmen aus den Bereichen:

  • Energieversorgung
  • Messdienstleistungen
  • Bauwerksanierung
  • Softwarelösungen für Immobilienverwaltungen

Der persönliche Austausch mit Kollegen und Branchenpartnern gehört für viele Teilnehmer zu den wichtigsten Elementen solcher Veranstaltungen.


Fazit

Der Premium-Workshop des VDIV Baden-Württemberg zeigte erneut, wie vielfältig und anspruchsvoll die Aufgaben von Immobilienverwaltungen geworden sind.

Rechtsfragen, wirtschaftliche Aspekte, Kommunikation und technische Themen greifen heute immer stärker ineinander. Für professionelle Hausverwaltungen ist eine kontinuierliche Weiterbildung daher unverzichtbar.

Veranstaltungen wie dieser Workshop leisten einen wichtigen Beitrag dazu, Verwalter über aktuelle Entwicklungen zu informieren und den fachlichen Austausch innerhalb der Branche zu stärken.


Verfasst von der Hausverwaltung Reiner GmbH

Artikel vom März 2026